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"Blechschaden" zu Gast in Ottenau: Elf musikalische Vollprofis

Gaggenau-Ottenau (eb). Ein Konzert der etwas anderen Art erlebten am Samstagabend die Gäste des Musikvereins "Harmonie" Ottenau in der sehr gut besuchten Merkurhalle. Mit dem Kultensemble "Blechschaden", zwölf Musikern der Münchner Philharmonie, hatte der Musikverein zu seinem Oktoberfest eine Spitzengruppe eingeladen, die einen Querschnitt durch alle musikalischen Stile, Epochen und Genres bot.

Mit spürbarer Freude gestalteten die elf Spitzenmusiker und ihr dynamischer Dirigent Bob Ross einen vergnüglichen Abend zum Genießen mit Stücken, deren Gegensätze größer nicht sein könnten. Die Grenzen zwischen E- und U-Musik waren fließend, neben klassischer Musik standen Heavy Metal, Schuhplattler und Opernmärsche auf dem Programm der international bunt gemischten Gruppe.

"Wir sind eine Art Arche Noah hier oben auf der Bühne", klärte Dirigent Bob Ross die Gäste auf. Während er selbst aus Schottland stammt, worauf dezent der karierte Gehrock hinwies, besteht "Blechschaden" aus Musikern aus Tirol, Bayern und Franken sowie Amerika und Belgien. Und obwohl es sich bei den Blechbläsern um das "Proletariat des Orchesters" handelt, wie Ross schmunzelnd darlegte, boten die Musiker, unter anderem mit Trompete, Posaune, Tuba und Euphonium eine enorme Klangvielfalt.

WER AUS SOLCHEN INSTRUMENTEN konzertante Töne
entlockt, der muss schon ein absoluter musikalischer
Profi sein. "Blechschaden" hat elf davon – und einen
Dirigenten der Extraklasse.


Sensibel nutzten sie alle klanglichen Möglichkeiten aus, die ihnen ihre Instrumentale und gestalterische Virtuosität ermöglicht. Dabei wurde auch schon mal auf einem Alphorn, dem so genanten Schweizer Handy, gespielt oder ein Schlagzeugsolo auf Schuhsohlen, Kürbissen und dem Hallenboden fortgesetzt.

Was wären jedoch die elf musikalischen Könner ohne ihren agilen Dirigenten, der mit seinem Taktstock in der Luft herumsticht und ficht, Grimassen schneidet und von einer Seite der Bühne, auf die andere rennt? Das Beste ist seine von Kreativität und Einfallsreichtum gekennzeichnete Moderation, mit der er die Gäste ständig zum Lachen bringt. Schottenwitze waren dabei genauso beliebt wie spöttische Sprüche über Mitglieder des Orchesters und Sticheleien über die Streicher bei der Philharmonie ("Gott schuf das Horn in seinem Zorn, dann wurde er feige und spielte Geige").

"Wir spielen richtige Musik", betonte Ross "nicht wie im Radio, da gibt es Rap." Dabei hatten sie für jeden Geschmack etwas zu bieten, neben "Hey Jude" von den Beatles erklang "Moonlight Serenade" von Glen Miller, "Die kleine Nachtmusik" von Beethoven, ein Stück aus der Oper "Aida" und ein bayerischer Jodler - getreu dem Motto des Oktoberfestes in München "My home is my glas'l".

Der Vorsitzende des Ottenauer Musikvereins, Jürgen Schmidt, hatte bei der Begrüßung der Gäste nicht zuviel versprochen, als er meinte "Heben Sie sich Ihren Applaus auf - Sie werden ihn noch brauchen." Und wirklich - die Zuschauer kamen aus dem Klatscher nicht mehr heraus, eine Zugabe folgte der anderen bis zum ultimativen "Kalinka".

Bilder von unserem Oktobfest 2003 finden Sie hier.
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